Deutsche Cauchois gehören zur Spitze

Wir sahen das französische Cauchois-Championat verbunden mit der Cauchois-Europaschau am 12./13.11.2016 in Le Mesnil sur Oger/Champagne

Das kleine Städtchen Le Mesnil sur Oger, im Herzen der Champagne gelegen und Heimat mehrerer Dutzend größerer und kleinerer Champagner-Häuser, war 2016 Gastgeber des französischen Cauchois-Championats verbunden mit der Cauchois-Europaschau. Und wie sollte es in diesem Falle anders sein? -die Schau fand statt in der Waren-Umschlagshalle der örtlichen Wein-und Champagner-Genossenschaft. Eine ausgezeichnete Lokation von großem Volumen, blitzsauber und mit lichter Deckenhöhe, was über alle Schautage beste Luftverhältnisse garantierte. Damit nicht genug: die gesamte Bewirtung erfolgte im schicken und großzügigen Gästehaus der Genossenschaft und wie das in Frankreich so üblich ist, wurde mittags und abends ein perfektes Menü serviert. Hut ab! Eine tolle Idee, diesen Austragungsort zu wählen. Verantwortlich war der regionale Verband um unseren Cauchoisfreund und zweiten Vizepräsidenten des französischen Cauchois-Club Serge Guelard. Der Mensch lebt aber nicht allein für die Tauben und so konnte insbesondere am Bewertungstag der größere Champagner-Ort Epernay mit den dortigen bekannten Champagner-Häusern besucht werden und auch der Samstag bot sich an -zumindest für ein paar Stunden zwischendurch- in Le Mesnil sur Oger das ein oder andere Champagner-Gläschen zu verkosten. Die deutsche Reisegruppe um den 1. Vorsitzenden Bertram Trinkerl genoss die Reise sehr. Mit ca. 280 Cauchois aus Deutschland hatte man auch trotz der aufwändigen weiten Reise „Flagge“ gezeigt. Erster Vorsitzender des Cauchois-Clubs Bertram Trinkerl und Zuchtwart Jürgen Schulz hatten neben ihrer Ausstellungsbeteiligung auch die Ehre, in das Preisrichterkollegium berufen zu sein. Nachdem die für das Wochenende vor Weihnachten im unterfränkischen Hofheim geplante Hauptsonderschau wegen der Vogelgrippe ausfallen musste, sollte sich dieser europäische Vergleich im Nachhinein auch mit Abstand als das Cauchois-Ereignis des Jahres -auch für die deutschen Züchter- herausstellen. Zur eigenen Standortbestimmung ist diese Schau ohnehin unerläßlich. Wer sich mit der französischen Nationalrasse beschäftigt, sollte sich auch auf internationalem Niveau orientieren. Dabei sage ich bewusst internationales und nicht ausschließlich französisches Niveau, denn nicht immer sind die französischen Tiere vorn. Aber dazu gleich bei den einzelnen Farbenschlägen mehr. Einreihig bei idealen Lichtverhältnissen präsentierten sich die Cauchois von ihrer besten Seite und die bewertenden Preisrichter waren jeweils bei den einzelnen Farbenschlagsgruppen in Kollegien eingeteilt, die gemeinsam die Kollektion bemusterten, die Spitzentiere kürten und jeweils die ersten fünf Vertreter festlegten. Das funktionierte auch trotz der Sprachbarriere ganz gut und förderte die objektive Einstufung.

Der Standardfarbenschlag Blau-Bronzegeschuppt war mit 152 Tieren mit Bavette (Halbmondzeichnung auf dem Vorderhals) und 84 Vertretern ohne Bavette angetreten. Eine wahre Parade der Besten mit satter leuchtender Schildfarbe und bestens verteilter Schuppung. Erstklassige Typen. Schildfarbe und Schuppung stehen bei den französischen Züchtern und Richtern eindeutig im Vordergrund. Apropos Richter. Auch hier Hut ab vor den französischen Akteuren. Sie ließen sich nämlich nicht von den Nationalitätenkennzeichen der Ringe leiten. Ausstrahlung und Farben obsiegten und so fand sich unter den besten fünf bei den Tieren mit Bavette kein Vertreter des Mutterlandes. Alle fünf ersten errangen 97 Punkte mit der textlichen Wertung „excellent“. Den Champion stellte der belgische Cauchois-Club Präsident Ronny Arryn. An zweiter und fünfter Stelle der deutsche Zuchtwart Jürgen Schulz mit 1,1 und an dritter Stelle Albert Hinrichs mit einem Täuber. Ähnlich das Bild bei den Tieren ohne Bavette. Hier nur der Champion mit 97 Punkten, ein Täuber von Jürgen Schulz und an fünfter Stelle -ebenfalls ein Täuber- Jens Müller mit 96 Punkten.

102 Blaufahl-Sulfurgeschuppte mit Bavette und 70 ohne litten etwas darunter, dass mehrere französische Spitzenzuchten fehlten. Dennoch viele Tiere mit schönem Grünglanz im Hals und leuchtendem Goldgelb in der Schildfarbe. Aber kein einziges Tier mit 97 Punkten. Die amtierenden Richter erklärten das mit nicht ausreichenden Farbreserven in den Innenseiten der Schwingen und noch zu viel Schwarz in den Flügeldeckfedern erster und zweiter Ordnung! Ja, die Betrachtungen bei den Cauchois sind gerade in Frankreich sehr scharf und sehr stark auf die Schildfarben ausgerichtet. Auch hier waren deutsche Züchter gut vertreten. Bei denen mit Bavette konnte Helmut Trinkerl mit einem Täuber den zweiten Rang belegen und Volker Kamin mit einer Täubin den dritten Rang. Ohne Bavette stellte Helmut Trinkerl mit einer Täubin den Champion (jeweils 96 Punkte).

In gewohnter Stärke sowohl in Zahl wie in Qualität präsentierten sich die Blau-Rosageschuppten. 65 mit Bavette und 124 ohne Bavette stellten sich den Juroren. Nur sehr homogene helle Schildfarbe mit feinstem Schuppungsbild führt in die Spitze. Oft ist gerade die Schildfarbe nicht ganz einheitlich, die Bauchfarbe meliert oder Schwingen- und Schwanzgefieder mit Schilf durchzogen. Albert Hinrichs stellte mit 97 Punkten auf Täuber den Champion mit Bavette und platzierte sich mit einer Täubin mit 96 Punkten noch an Rang fünf.

Überraschend groß war die Gruppe der Blau-Weißgeschuppten. Ihre Beliebtheit steigt und damit erfreulicher Weise auch ihre Qualität. 29 zeigten Bavette, die hier wie auch bei den Blau-Rosageschuppten immer noch eine besondere züchterische Schwierigkeit darstellt, 85 Tiere waren ohne Bavette. Kopf- , Hals- und Bauchfarben sind jetzt etwas heller und reiner geworden und die besten zeigten mittlerweile sehr schön verteiltes Schuppungsbild. Die Championtitel gingen mit Bavette nach Frankreich und ohne Bavette nach Italien. Auch hier konnten deutsche Züchter unter die besten fünf vordringen. Ohne Bavette rangierte Bertram Trinkerl mit einem Täuber (96 Punkte) auf Rang drei und Albert Hinrichs mit einem Täuber (96 Punkte) auf Rang vier.

Unter den 41 Blaufahl-Weißgeschuppten und allen weiteren folgenden Farbenschlägen wurde bei der Abstufung nicht mehr in Vertreter mit und ohne Bavette differenziert. Sie haben sich in Farbreinheit und Schuppungsbild deutlich verbessert. Auf Täuber mit Bavette (96 Punkte) konnte Bertram Trinkerl den Champion stellen. An fünfter Stelle folgte er noch mit einem Täuber ebenfalls mit Bavette und 95 Punkten.

49 Blaue mit bronze Binden wussten mit reiner Farbe und feiner Bindenführung bei satter leuchtender Bindenfarbe zu gefallen. Der Champion ging mit 97 Punkten auf Täuber nach Frankreich. Georg Killinger konnte sich mit einem Täuber mit Bavette und 96 Punkten an fünfter Stelle platzieren.

Bei den 60 Blaufahlen mit sulfur Binden mit Bavette und 29 ohne Bavette gingen Championtitel nach Frankreich und Vizechampion nach Italien, beide mit 97 Punkten. Die deutschen Züchter Julia Altrichter, Roland Walter und Georg Killinger konnten mittlerweile den Anschluß gut herstellen. Absolutes Hauptrassemerkmal ist hier aber die Binde in Führung, Farbe und feinem Bindensaum und da gibt es zur Spitze noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Eine sehr positive Überraschung waren 36 Blaue mit rosa Binden mit Bavette und 57 ohne. Sehr sauber in den Farben mit prima Binden und die besseren auch mittlerweile ohne Schilf im Schwanz. Nina Altrichter nahm den Wettbewerb auf und zeigte feine Tiere, war gegen die sehr straffen Tiere mit feinsten Binden der französischen Spitzenzucht aber noch chancenlos. Der Champion ging mit 97 Punkten auf einen Täuber ohne Bavette nach Frankreich.

38 Blaue mit weißen Binden waren dagegen etwas schwach vertreten, konnten aber in Farben und Binden ebenfalls überzeugen. Sophie und Simon Trinkerl waren mit 3 x 96 Punkten gut vertreten und platzierten sich mit Täuber mit Bavette auf Rang zwei und Täuber ohne Bavette auf Rang drei. Der Championtitel ging mit 97 Punkten nach Frankreich.

35 Blaufahle mit weißen Binden zeigten sich ebenfalls gleichmäßig in Farben und Binden. Der Champion (1,0 ohne Bavette) ging mit 96 Punkten nach Frankreich. Bertram Trinkerl konnte sich mit sehr feiner Täubin mit Bavette mit 96 Punkten auf dem dritten Rang platzieren.

Unter den 37 Rotfahlen suchte man farblich reine Tiere vergeblich. Der Champion ging deshalb mit 95 Punkten auf Täuber ohne Bavette nach Frankreich.56 Gelbfahle überzeugten dagegen in Typ und leuchtender Farbe. Der Champion kam mit 97 Punkten aus Italien.

Unter den 30 einfarbig Roten und 40 einfarbig Gelben waren keine deutschen Aussteller. Die Championtitel gingen jeweils mit 96 Punkten nach Frankreich. Anders das Bild bei den 75 einfarbig Schwarzen mit vielen Tieren mit glänzendem Lackschwarz sowie feuerigen Augen bei zartem Augenrand. Karl-Heinz Lüdde kann in der europäischen Spitze mithalten und präsentierte einen Täuber mit 97 Punkten auf Rang zwei.

Von den deutschen Züchtern wurde hier Marko Schimmel noch nicht erwähnt. Er zeigte bei den Blauen mit bronze Binden zwei Tiere mit 96 Punkten und zwei mit 95 Punkten und errang damit den Zuchtpreis auf die besten 4 Tiere. Die gleiche Ehre wurde Jürgen Schulz im Standardfarbenschlag Blau-Bronzegeschuppt zuteil. Drei mal 97 Punkte und ein 96 gingen in die Wertung.

Die detaillierten vollständigen Siegerlisten können der Internetseite des französischen Cauchois-Club entnommen werden.

Die europäische Cauchois-Welt blickt jetzt auf die nächste Cauchois-Europaschau, die am 18./19. November 2017 im belgischen Lüttich stattfinden wird.

Jürgen Schulz

Cauchois bei der 65. Deutschen Rassetaubenschau vom 25.-27.11.2016 in Erfurt

Schon bei der Bewertung der Tauben am Donnerstag lag eine bedrückte Stimmung in den Messehallen.Die vielen bundesweiten Sperrmassnahmen wegen der Vogelgrippe liessen keine Freude aufkommen. Es war förmlich zu spüren, dass auch diese VDT-Schau um haaresbreite nicht stattgefunden hätte und vermutlich eine Menge an Diplomatie erforderlich war, um überhaupt so weit zu kommen und die Tiere in der Schau in den Käfigen zu haben. Die Folgetage waren dann ja offenbar auch kein Vergnügen. Der Taubenverkauf wurde völlig untersagt und Tierweitergabe auf den Parkplätzen vor der Halle wurde polizeilich verfolgt. Wir dürfen gespannt sein, wo unser Hobby noch landen wird. Aber davon soll hier nicht die Rede sein. Es geht um die vorgestellten Tauben!

36 Blau-Bronzegeschuppte machten traditionell den Anfang. Zwar die größte Gruppe, aber ohne Höhepunkte. Die Tiere durchweg reichlich dunkel in der Farbanlage. Gemeint sind insbesondere Köpfe und Hälse aber auch Bauchfarbe. Die war noch dazu oft nicht gleichmäßig, sondern rußig meliert. Bei vielen auch unreine, graumelierte Unterrückenfarbe. Deshalb kein Spitzentier bei den Täubern.Die beiden besten mit je sg 95 E von Helmut Trinkerl und Jens Müller. Schon besser das Bild bei den Täubinnen. Besonders zwei Tiere aus dem Hause Helmut Trinkerl überzeugten mit reinen Farben und fester Feder. HV 96 GEVDT und HV 96 E waren der Lohn. Deutlich erfreulicher das Bild bei den 19 Blaufahl-Sulfurgeschuppten. Hier zeigten sich in Form und Haltung typische Tiere mit reinen Grundfarben sowie schöner leuchtend goldgelber Schildfarbe mit gleichmäßigem Schuppungsbild. Eine Freude! Jeweils HV 96 E auf einen Jungtäuber und zwei Jungtäubinnen von Helmut Trinkerl. Herausragend der hochfeine Alttäuber von Helmut Trinkerl mit V 97 VDTEB, der dann auch noch für die Auswahl zum deutschen Champion nominiert wurde. 3 Rosageschuppte und 2 Weißgeschuppte hätten im größeren Vergleich keine nennenswerte Rolle gespielt. Ganz anders die schöne Kollektion von 8 Blauen mit bronze Binden, alle von Thomas Zwack. Auf eine sehr schöne Jungtäubin mit feinsten schmalen und getrennten Binden konnte HV 96 BLP vergeben werden. 2 weitere Tiere konnten sg 95 SVE bzw. E verbuchen. Sehr schön auch die folgenden 10 Blauen mit weißen Binden. Deutlich wurden hier die unterschiedlichen Farbtypen mit und ohne Bavette (die ohne Bavette deutlich dunkler in den Farbanlagen). Die mit Bavette erstaunlich rein und gleichmäßig in den Farben und auch schön im Typ. Diese züchterische Leistung wurde auf Jungtäuber mit V 97 TRCEB belohnt. Züchter ist Simon Trinkerl, der auch noch mit einer ähnlich feinen Täubin mit sg 95 SVE punkten konnte.

Mit 12 Vertretern auch überraschend und erfreulich präsent die Gruppe der Blaufahlen mit sulfur Binden. Schön, dass sich hier wieder etwas tut. Die Bindenfarbe kann im internationalen Vergleich noch leuchtender werden. Ein feiner Jungtäuber mit schönen gleichmäßigen Farben und Binden von Roland Schonath kam auf HV 96 E. Ein weiterer Jungtäuber von Georg Killinger folgte mit sg 95 E. Schön auch die beiden Blaufahl-Weißgeschuppten, die ihre Färbung würdig vertraten. Sehr fein auch 11 Rot- und eine Gelbfahle. Sie präsentierten sich ausgeglichen in Form und Typ und ansprechend im Farbspiel mit schönen Binden. Je HV 96 SVE und SE auf 1,1 rotfahl jung von Georg Killinger, gefolgt von einer gelbfahlen Täubin mit sg 95 SE ebenfalls von Georg Killinger. Den Abschluß bildeten 8 sehr ausgeglichene Schwarze, wobei das letzte Tier, eine Alttäubin von Bertram Trinkerl, mit glänzend satter Farbe und feinster Ausgenfarbe besonders herausragte und mit V 97 TRCEB honoriert wurde.

Jürgen Schulz

Europäische Cauchois-Vergleichsschau am 19./20.12.2015 in Kurtzenhouse/Elsaß

Die diesjährige europäische Cauchois-Vergleichsschau war der 11. Haguenauer Taubenschau in Kurtzenhouse/Elsaß angeschlossen. Der Haguenauer Taubenclub war der Heimatverein unseres verstorbenen langjährigen Mitgliedes Pierre Herrmann und die Schau fand auch zu seinen Ehren ganz in der Nähe seines Heimatortes Herrlisheim statt. Eine schöne Geste. Im Schaukatalog und bei der Eröffnungsveranstaltung wurden Pierres Verdienste gewürdigt und wir erinnern uns daran, dass Pierre der Mann der ersten Stunde unserer Cauchois-Europaschauen war, viele viele Jahre als Vermittler fungierte und 1980 auch die erste Cauchois-Europaschau in Herrlisheim organisierte. Weitere sollten dann noch folgen. Seiner Witwe Marie-Rose wurde bei der Schaueröffnung in Erinnerung an seine Züchterpersönlichkeit das Ehrengeschenk eines Ehrenmitgliedes des Haguenauer-Taubenclubs überreicht, das anzunehmen er noch zu Lebzeiten zu bescheiden gewesen war.

Es machte viel Freude, beim Haguenauer-Taubenclub zu Gast zu sein. Freundliche Menschen und Züchterfreunde hatten alles bestens organisiert. Und eine solche Veranstaltungshalle mit angebautem großen Saal und Küche in einer 900 Einwohner Gemeinde sucht bei uns auf jeden Fall ihresgleichen. Alle Tauben waren einreihig bei besten Lichtverhältnissen aufgebaut und neben der allgemeinen Taubenschau und unseren Cauchois sahen wir noch die Championate der Soultzer Hauben und der Elsässer Kröpfer. Ein herzliches Dankeschön geht an die Freunde des Haguenauer-Taubenclubs um ihren Präsidenten Robert Kupferle. Wir haben uns in Kurtzenhouse sehr wohlgefühlt!

723 Cauchois lagen im Rahmen der letzten Jahre und waren eines europäischen Vergleichs würdig. Schade, dass unsere italienischen Freunde in diesem Jahr nicht dabeisein konnten.

110 Blau-Bronzegeschuppte waren von höchster Durchschnittsqualität. Ronny Arryn/Belgien war der große Sieger (Champion und beste 4 Tiere) mit 3 x 97 Punkten sowie weiteren mit 96. Tauben mit einem unglaublich schönen Schuppungsbild und festem kompakten Körper. Je 1 x 97 Punkte konnten auch Albert Hinrichs (0,1 mit Bavette) und Jürgen Schulz (1,0 ohne Bavette) verbuchen. Beide waren zusammen mit Volker Kamin und Helmut Trinkerl bei den Tieren mit 96 Punkten gut vertreten. Wir sind also auch international konkurrenzfähig, auch wenn die Spitzenzuchten aus Frankreich fehlten.

Mit 110 Blau-Rosageschuppten folgte das Allerbeste, was Europa zu bieten hat. Ein toller Vergleich mit grandiosen Tieren! Auch hier konnte durch die Jury 5 x 97 Punkte vergeben werden. Feine Cauchois mit homogenem hellem Rosa-Flügelschild bei bestem Schuppungsbild. Abermals kam der große Sieger mit Gilbert Debes aus Belgien. 3 x 97 Punkte und 5 x 96 Punkte gingen auf sein Konto (Champion und beste 4 Tiere). Von unseren deutschen Zuchtfreunden konnten Sophie und Simon Trinkerl mit einem 97 Punkte auf Täubin und Albert Hinrichs mit 4 x 96 Punkten gut mithalten.

Ungewöhnlich groß mit 95 Tieren war die Gruppe der Blau-Weißgeschuppten. Sie werden immer typischer und sind mittlerweile recht sauber in den Farben. Das Schuppungsbild darf vielfach noch klarer werden. Champion mit dem einzigen 97-Punkte Tier (Täuber) wurde Albert Hinrichs. Johann Limpert konnte mit 2 x 96 Punkten direkten Anschluß halten und auch Markus Mosebach, Dieter Vogt und Bertram Trinkerl waren gut mit dabei. Die beste Leistung mit 4 Tieren ging aber an Pascal Champion nach Frankreich.

89 Blaufahl-Sulfurgeschuppte waren in Typ, Größe und Farbspiel sehr ausgeglichen, aber nur mit wenigen Highlights. Auch hier fehlte die gesamte französische Spitze und somit war der Weg frei für Helmut Trinkerl mit dem einzigen Tier mit 97 Punkten, einer hochfeinen Täubin mit Championtitel. 2 weitere Tiere mit 96 Punkten kamen hinzu und sicherten auch den Titel mit 4 Tieren. Volker Kamin (2 x 96 Punkte), Johann Limpert, Karl-Heinz Lüdde und Ulrich Schütze konnten gut mithalten.

21 Blaufahl-Weißgeschuppte präsentierten sich fein in Typ und Form. Auch die Farben schon recht sauber und die besten jetzt auch schon mit ordentlicher Schuppung. 97 Punkte und Champion gingen auf Täuber an Bertram Trinkerl, der noch ein weiteres 96 Punkte verbuchen konnte. Die beste Leistung mit 4 Tieren ging dennoch an Pascal Champion nach Frankreich.

27 Blaue mit Bronzebinden waren von feiner Qualität. Prima in Typ und Form, sauber in den Farben und mit schön ausgeprägten Binden. Deshalb relativ hohe Noten mit 2 x 97 Punkten, 3 x 96 Punkten und 4 x 95 Punkten. Die beiden 97er von Ronny Arryn (1,0) und Thomas Zwack (0,1 mit Champion).

34 Blaue mit Rosa Binden haben sich im Typ verbessert und auch bereits mit schönen Binden in Farbe und Bindenführung. Der Champion ging auf einen Täuber mit 96 Punkten von Francois Legrand/F. Ebenfalls 96 Punkte für einen Täuber von Reinhard Vesper, der auch die beste Leistung mit 4 Tieren erzielte.

29 Blaue mit weißen Binden zeigten sich ebenfalls mit recht sauberen Farben und schöner Bindenführung. Köpfe und Nackenlinie können noch typischer werden. Nur ein Tier -eine Täubin- brachte es auf 96 Punkte und erreichte für Jean-Pierre Lutz/F. Den Championtitel. Die beste Leistung mit 4 Tieren hatte Francois Legrand.

Es folgten 55 Blaufahle mit Sulfurbinden. Viele zeigten schon eher einen Khaki-Farbton und müßten unbedingt mehr Grünglanz im Hals tragen. Andere haben nach wie vor sehr viel Silbersprenkel im Halsgefieder, der Mangel der letzten Jahre. Hier gibt es noch einiges zu tun. Schildfarbe und Binden konnten sich sehen lassen. Der Champion ging auf einen Täuber mit 96 Punkten von Gilbert Debes. Beste Leistung mit 4 Tieren erreichte Joel Rodier. Roland Walter zeigte bei den Täubern ohne Bavette 2 prima Tiere mit jeweils 96 Punkten.

Die Blaufahlen mit weißen Binden sind schon fast traditionell eine Domäne von Bertram Trinkerl. Hier konnte er unter den 24 Vertretern dieser Färbung 2 Täubinnen (eine mit und eine ohne Bavette) in die 96 Punkte-Wertung bringen. Championtitel und beste Leistung mit 4 Tieren gingen an Bertram.

Es folgten 26 Rotfahle von recht ausgewogener Qualität. Typ und Farbspiel haben sich verbessert. Auf Täuber erreichte Gérard Longein 97 Punkte mit Championtitel. Dieser Täuber wurde als bestes Tier der Cauchois-Schau zusätzlich mit einem großen Pokal gekürt. Beste Leistung mit 4 Tieren ging an Marcel Bourin/F.. Ulrich Schütze war prima mit dabei und konnte ebenfalls auf 1,1 jeweils 96 Punkte verbuchen.

19 Gelbfahle hatten unter den wenigen Bavettentieren einen Täuber mit 97 Punkten von herausstechender Qualität. Der Championtitel ging damit an seinen Züchter Marcel Bourin, der auch die beste Leistung mit 4 Tieren erreichte.

31 Schwarze könnten nach wie vor mehr Lack im Gefieder zeigen. Die Augenränder waren aber hier schon zarter und unauffälliger, als in den Jahren zuvor. Es scheint also wieder langsam aufwärts zu gehen. Champion mit 96 Punkten wurde eine Täubin von Jean-Marc Lutz/F.,der auch die beste Leistung mit 4 Tieren zeigte. Ulrich Schütze konnte seinerseits einen Täuber mit 96 Punkten beisteuern.

23 einfarbig Rote wußten mit satter Farbe und verbessertem gestreckten Typ zu gefallen. Große Klasse das Championtier -ein Täuber- mit 96 Punkten von Jean-Marc Lutz, der auch die beste Leistung mit 4 Tieren erreichte. Den Abschluß bildeten 26 einfarbig Gelbe von höchstem Niveau. Nur ganz wenige unter 93 Punkten, aber 4 95er und 2 96er ergänzten die Spitze -ein Täuber- mit 97 Punkten und Champion von Nicolas Theron/F., der auch die beste Leistung mit 4 Tieren hatte. Helmut Trinkerl war mit einer Täubin mit 96 Punkten vertreten.

Soviel zu Kurtzenhouse. Wir hatten dort eine schöne Zeit. Viele Freunde wieder getroffen. Freundschaften vertieft und neue Freundschaften geknüpft bei einer sehr repräsentativen Taubenausstellung. Nun richtet sich schon der Blick nach Vorn zum nächsten europäischen Vergleich. Am zweiten November-Wochenende 2016 trifft sich die Cauchois-Welt in der Champagne in Mesnil- sur- Oger, mitten im Herzen des Champagner-Anbaugebietes, zusammen mit dem französischen Cauchois-Championat. Dort darf man sich schon jetzt auf vermutlich um die 2000 Cauchois freuen!

Jürgen Schulz

119. Lipsia-Schau und 64. VDT-Schau vom 04.-06.12.2015 in Leipzig

Wie in den gesamten Winterwochen (jedenfalls bis Weihnachten), so fand auch diese Schau bei frühlingshaften äußeren Rahmenbedingungen statt. Die Leipziger Neue Messe entwickelt sich mit der Lipsia-Schau immer mehr zum Nonplusultra. Sicherlich derzeit die deutsche Rassegeflügelschau schlechthin. Und wir waren mit einer Sonderschau der Cauchois dabei.

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Hauptsonderschau der Cauchois am 8./9.11.2014 in Hofheim/Unterfranken

Die Hauptsonderschau Anfang November in Hofheim -ausgerichtet vom Geflügelzuchtverein Ibind u.U.- war wieder in jeder Beziehung eine perfekte Veranstaltung. Die Verkürzung auf freitags einliefern, samstags richten und Sonntagmittag wieder nach Hause fahren hat sich absolut bewährt. Kompetentes Veranstaltungsteam, beste Versorgung vor Ort in der vereinseigenen Gaststätte, helle Ausstellungshalle mit einreihigem Aufbau und selbst die grellrote Käfigabdeckung an den Rückseiten, die uns in den letzten Jahren „erfreute“, wurde durch neutrale graue Pappe ersetzt. Alles perfekt! Doch was nützt die beste Schau ohne Tiere? Auch da gab es keine Enttäuschung! 420 Cauchois waren ein prima Meldeergebnis. Und um eines gleich vorweg zu nehmen: Die Qualität wird immer besser und ausgeglichener! Wir sahen sehr hohe Durchschnittsgüte ohne Versager.

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