Die Cauchois (gesprochen Koschwa) stammt ursprünglich, wie der Name schon andeutet, aus unserem Nachbarland Frankreich. Dort wird sie bereits seit dem 17. Jahrhundert in der Provinz Caux in der Normandie gezüchtet. In den ersten Werken der Taubenliteratur ist von Pariser Kropftauben die Rede, die ein sehr prächtiges Flügelschild gehabt haben und hyazinth-, feuer- und nussbaumfarbig bekannt waren. Urahnen der Cauchois? Man kann nur Vermutungen anstellen.

Gehämmerte von CauxDie Cauchois heutiger Prägung entstand wohl etwa in der Zeit des deutsch - französischen Krieges, 1870/71. Sie wurde die "Gehämmerte von Caux" genannt, was ihr, bei ihrer Anerkennung durch den französischen Zuchtverband in Frankreich 1905, den Namen Cauchois gab. Zu dieser Zeit waren auch Mondain und Carneau sehr beliebt, eine Verschmelzung blieb nicht aus und so gab es bald auch einfarbige und bindige Varianten dieser Taube. Auch deutsche Züchter wurden aufmerksam und so wurde die Cauchois durch Emil Schachtzabel, damaliger Präsident des BDRG, 1914 erstmals im Werk "Kennzeichen der Taubenrassen" bekannt gemacht. In Frankreich wurde die Cauchois in den folgenden Jahren immer beliebter, was vor allem R. Fontaine, Präsident der fr. Taubenzüchter zu verdanken war. Nach dem 2. Weltkrieg ist es vor allem P. Vilaine, ebenfalls Präsident der französischen Taubenzüchter, zuzuschreiben, dass diese Rasse enorme Fortschritte machte. In Frankreich wurde sie quasi zur Nationalrasse. In Deutschland konnte sich die Cauchois nun endlich auch etablieren, nachdem sie in den Zeiten des Nationalsozialismus nicht Fuß fassen konnte. Vor allem der Kölner Zoo und Dr. Zielke machten die Rasse durch die Beschickung großer Schauen bekannt. Die Cauchois gewann schnell einen festen Liebhaberkreis und so wurde sie 1954 vom BDRG anerkannt. Die Qualität der Tauben war, durch die vielen unterschiedlichen Importe, allerdings sehr unterschiedlich und auch die Bewertungen waren nicht einheitlich. Das führte 1966 zur Gründung des Sondervereins der Cauchoiszüchter. Fortan war eine geordnete Entwicklung der Rasse auch in Deutschland gesichert.

Soweit zur Geschichte, nun ein paar Ausführungen zur Cauchois und ihren Qualitäten selbst. Sie ist eine aufgeweckte und ausgelassene Taube, immer in Aktion, aber trotzdem sanft in ihrer Art und zutraulich. Sie bleibt immer in der Nähe des Schlages und ist gesellig mit ihren Artgenossen und dem Menschen. Unter günstigen Umständen brütet sie 5- bis 6-mal im Jahr. Sie kümmert sich ausgiebig um ihre Nachzucht. Die Cauchois erreicht ein Gewicht von 700 bis 800 Gramm bei den Männchen und 600-700 Gramm bei den Weibchen. Sie hat eine aufrechte Haltung von 45° und eine Länge von 42 bis 48cm. Die Flügelspannweite liegt zwischen 80 und 90cm. Sie wirkt allerdings stärker als sie in Wirklichkeit ist, bedingt durch ihr weiches und langes Gefieder. Der Schnabel ist schwarz oder hornfarben, abhängig vom jeweiligen Farbenschlag, die Schnabelwarze ist weiß und glatt. Der Kopf ist mittelgroß und rund im Profil mit etwas nach vorn gewölbter Stirn. Der Hals ist kurz und stark im Ansatz, auffallend der weiße Latz, der nur bei den Einfarbigen Zeichnungen Pflicht ist. Rücken und Kreuz sind breit, eine vorspringende Brust macht die Taube gerade. Die Flügel sind sehr lang und liegen auf dem Schwanz auf, ohne sich zu überkreuzen. Der Unterrücken ist in allen Variationen weiß, der Schwanz breit, ca. 15cm lang ohne zu fächern. Die Füße sind nicht befiedert. Die Cauchois zählt zu den Formentauben, allerdings besticht sie gerade durch ihre ungeheure Vielfalt und Schönheit an Variationen und Zeichnungsbildern. Zu Recht kann man sagen, dass die Cauchois die Farbentaube unter den Formentauben ist. Es gibt 3 Variationen der Cauchois: die Geschuppten, die Bindigen und die Einfarbigen.

Urahn der CauchoisZu den Geschuppten gehören die Blau-bronzegeschuppten, die quasi die Standardfarbe darstellen und sich großer Beliebtheit erfreuen. Daneben gibt es noch die Blaufahl-sulfurgeschuppten, die wunderschön anzusehenden Blau-rosageschuppten und die Blau-Weißgeschuppten.

Die zweite Zeichnungsvariante sind die bindigen Farbenschläge. Zu diesen gehören Cauchois in blau mit bronzen Binden, welche sich in den letzten Jahren wieder größerer Beliebtheit erfreuen und die Blaufahl mit Sulfurbinden. Der Farbenschlag blau mit weißen Binden ist noch relativ jung, ebenso die Rot- und Gelbfahlen, die erstmals 1980 vorgestellt wurden. Als letztes bleibt noch Blaufahl mit weißen Binden, ein eher stiefmütterlich behandelter Farbenschlag.

Bei den Einfarbigen gibt es die schwarzen, die roten und gelben Cauchois. Bilder zu allen Farbenschlägen sind unter dem Menüpunkt Farbenschläge zu finden. Weitere Informationen zu den Farbenschlägen, deren Entstehung und Besonderheiten sowie zur Cauchoistaube im Allgemeinen sind in der Cauchoisbroschüre enthalten.

Das war ein kurzer Überblick über die französische Taubenschönheit Cauchois und ihren Ursprung. Wenn Sie Interesse gefunden haben, treten Sie dem Club bei und fördern Sie die Zucht. Züchter in ganz Deutschland stehen Ihnen mit fachlichem Rat gerne zur Seite.